Super Hyperlative

In einer Welt, in der alles höher, schneller, größer sein muss, werden Superlative immer wichtiger und beliebter. Höchste Zeit also, sich diese Steigerungsform genauer anzusehen!

Gut, besser, Superlativ

Adjektive können in zwei Stufen gesteigert werden. Die Grundform (schön, gut, groß …) ist der Positiv. Der Komparativ (schöner, besser, größer …) vergleicht zwei Sachen miteinander und ist die erste Steigerung. Beim Superlativ, der zweiten Steigerung, wird eine Sache mit mehreren verglichen (am schönsten, am besten, am größten …).

Weil der Superlativ den höchstmöglichen Grad eines Vergleichs angibt, kann er nicht über- oder unterboten werden. Er wird auf zwei Arten gebildet: mit “am” oder einem bestimmten Artikel.

“Frau Königin, Ihr seid die Schönste im ganzen Land.” (Schneewittchen kann also eigentlich nicht schöner sein.)

Die meisten Tore hat Holger geschossen. (Niemand hat so oft getroffen wie er.)

Karls Käfersammlung ist am größten.

Eigentlich also ganz einfach. Und dennoch werden beim Superlativ Fehler gemacht.

Der Hyperlativ

Hierbei handelt es sich um nicht steigerbare Adjektive, die bereits den Maximalgrad ausdrücken. Ein Mehr oder Weniger gibt es nicht.

Der Winter ist die optimalste Zeit, um nach Neuseeland zu reisen. (richtig: optimale)

Marion ist die einzigste Veganerin in unserer Familie. (richtig: einzige)

Eine Sache kann nicht besser sein als optimal, und “alleiner” als einzig ist ebenfalls unmöglich. Es lohnt sich daher, die Bedeutung des Adjektivs zu beachten. Wenn es nicht verglichen werden kann, gibt es auch keinen Superlativ. Das gilt auch für die folgenden Beispiele:

Der Hund ist toter als tot. (richtig: Der Hund ist tot.)

Die aktuellsten Popsongs gibt es im Radio. (richtig: aktuellen)

Mit minimalstem Aufwand wurde die Küche renoviert. (richtig: minimalem)

Bärbel hat sich in keinster Weise für ihre Fehler entschuldigt. (richtig: in keiner Weise)

Anke trug das perfekteste Outfit. (richtig: perfekt)

Etabliert hat sich in Arbeitszeugnissen die Formulierung “zu unserer vollsten Zufriedenheit”. Semantisch ist sie absolut unlogisch, da nichts voller als voll sein kann. Es wäre daher besser, die Steigerung zu umgehen, und mit anderen Worten die sehr guten Leistungen des Mitarbeiters auszudrücken.

Als nächstes gibt es auch bei den Adverbien zweifelhafte Steigerungen.

Die bestmöglichste Variante (richtig: bestmögliche )

Bitte antworten Sie mir schnellstmöglichst. (richtig: schnellstmöglich)

Gestern sind wir auf dem bestbesuchtesten Konzert gewesen. (richtig: bestbesuchten)

Eine kleine Ausnahme gibt es aber doch: Stehen Adjektive, die eigentlich nicht steigerbar sind, in direktem Vergleich, ist eine Steigerung möglich. So kann die Information eines Satzes besonders hervorgehoben werden.

Du bist stiller als gestern.

Das alte Hemd ist wieder weißer als weiß.

Im Theater war es leerer als im Kino.

Das allerkürzeste Fazit:

Bei der Bildung des Superlativs ist immer die Vergleichbarkeit zu beachten bzw. herzustellen!